Sport-in-Thailand-MuayThai

#SPORT & FITNESS. THAI BOXING IN THAILAND

#FITNESS 
MUAY THAI 
 IN THAILAND 

…and fight…

Worauf ich mich auf Thailand am meisten freute? Klar, Thai Boxing!

Nachdem ich in meinen jungen Jahren schon selbst sechs Jahre im Ring Erfahrungen sammeln konnte, freute ich mich darauf, mal wieder die Handschuhe anzuziehen und meiner Energie freien Lauf zu lassen.

 

 

Was ist Muay Thai? 

„Muay Thai“, auch als „Thai-Boxen“ bekannt, ist in Thailand Nationalsport. „Muay –Thai“ ist eine jahrhundertealte Kampfform, welche täglich in sportlichen Wettkämpfen in den zahlreichen Kampfstadien Thailands praktiziert wird. Vor jedem Boxkampf zeigt der Boxer traditionell eine tanzähnliche Zeremonie, die wie auch der ganze Kampf, mit Musik begleitet wird. Durch diese Musik und durch die Rufe der fanatischen Anhänger und der wettenden Zuschauer entsteht eine außergewöhnliche Atmosphäre.

Die Kämpfe werden mit Füßen, Schienbeinen, Fäusten, Ellbogen und den Knien ausgetragen und unterliegen einer strengen Reglementierung. Als Schutz verwenden die Sportler Boxhandschuhe, Tief- und Mundschutz. Im Amateur-Bereich wird umfangreichere Schutzausrüstung getragen.

Wir haben es ausprobiert! 

Du musst nicht lange nach einem Box Club in Thailand suchen, diese gibt es dort wie Sand am Meer und ja, du musst es dann auch einmal ausprobieren. Auch bei uns war es so, wir hatten wohl instinktiv das richtige Hostel gebucht. Volltreffer! Auf dem Roof Top des „3HOWW Hostels“ befand sich gleich ein „Muay Thai“ Club. Meine Vorfreude war riesig und bereits für den zweiten Tag habe ich mich für eine Trainingsstunde an der Rezeption eingetragen.

Am Folgetag war ich natürlich der Erste, der auf der Fläche stand und während ich auf die anderen wartete, genoss ich noch den gigantischen Ausblick auf die Stadt und stellte mich moralisch schon einmal auf eine knallharte Session ein. Ich wusste ja bis dahin noch nicht, dass es eine kleine Enttäuschung werden würde.

Der Box Club an sich war traumhaft. Super Lage auf dem Roof Top inmitten von Bangkok, neuestes Equipment, saubere und gepflegte Location. Was will man mehr?

Muay-Thai-Bangkok

Dann trafen auch meine beiden Mitstreiter ein und kurz vor knapp die beiden Trainer. Meine zwei neuen Trainingspartner waren ebenfalls Touristen, wovon ich mich mit „Rucola“, einem Schweizer, schnell anfreundete. Vielleicht auch deshalb, weil es der Einzige war, mit dem man kommunizieren konnte.

Die beiden Trainer starteten dann das Training, natürlich nonverbal, denn sie sprachen nur Thai. Und eigentlich startete auch nur ein Trainer das Training, denn der andere saß daneben und spielte auf seinem Handy ein Autorennen…

Es ging los.

Wir starteten mit 5 Minuten Dehnen und 5 Minuten im Kreis laufen. Man muss dabei hinzufügen, dass der Kreis nicht wirklich groß war und es mir schon echt schwindelig wurde. Auch das Dehnprogramm war nicht wirklich spezifisch und mehr an den Haaren herbei gezogen, als durchdacht und geplant. Nun gut, andere Länder, andere Sitten.

Nachdem wir den Running Teil hinter uns gebracht hatten stand der Kraftteil an. Circa 15 Minuten hieß es dann für uns immer im Wechsel „Liegestütze“, „Crunches“ (Bauchübung) und die „Plank“ (Unterarmstütz). Später stellte sich heraus, dass mit diesen drei Übungen auch deren Übungsrepertoire ziemlich ausgeschöpft war, denn diese Übungen begleiteten uns durch die 90 Minuten. An andere Übungen, beziehungsweise an Variationen, war nicht zu denken.

Dann endlich kamen wir zum Hauptteil. Wir übten, bevor wir unsere Bandagen banden, noch etwas an der Technik und studierten die Grundschläge. Korrekturen waren eher sporadisch und wenn dann in den Lauten „hhhh“, hhhhuuuiii“ oder „hhheee“.

Thai-Boxen-Bangkok

Auch das zog sich dann durch das weitere Programm. Die Kommandos waren teilweise so unverständlich, dass man nur erahnen konnte, was die Trainer wollten. Sie stellten uns direkt mal an den Box-Sack und ließen uns machen. Dann wieder zwei Minuten Bauchübungen und Liegestütze, und im Anschluss zwei Minuten Pause. Klar, der eine Trainer musste ja wieder zurück zu seinem Autorennen…

Kurz gesagt empfanden wir das Training wie ein improvisiertes und wahlloses Debakel. Hin und wieder legte der „Fast & Furios-Trainer“ dann mal wieder das Handy weg, war kurz bei der Sache und diente uns als Sparring-Partner, bevor er sich dann wieder mit anscheinend wichtigeren Sachen beschäftigte.

Im Großen und Ganzen hat es uns trotzdem Spaß gemacht, auch wenn das Training aufgrund der zwei Trainer völlig chaotisch war.  Mitunter lag es aber wohl auch daran das Rucola Gravante, „der singende & tanzende Koch“ und ich uns jede Menge Spaß erlauben konnten. Der Preis von 500 Baht (circa 12 €) waren die 90 Minuten dann allerdings nicht wert!

Gut, dass unsere nächste Erfahrung zum Thema „Thai-Boxing“ deutlich besser werden würde! :-)

Train-good-feel-good-good-mood

Das “Cobra Gym”

Same, same but different!

Von Bangkok aus sind wir am fünften Tag Richtung Süden aufgebrochen und nach einer echt unentspannten Busfahrt dann doch endlich einmal in Koh Phangan angekommen. Dort hatten wir mit der Auswahl unseres nächsten „Muay Thai“ Studios mehr Glück. Nach kurzer Zeit konnten wir drei Studios ausfindig machen und können behaupten, dass wir dort endlich an die Richtigen geraten sind.

Wir entschieden uns für das „Cobra Gym“. Zum Einen, weil es gleich neben unserem Hotel war und zum Anderen, weil der Eigentümer „Cobra“ ein sehr gutes Englisch sprach, er uns auf Anhieb sympathisch war und weil man merkte, dass er weiß wovon er spricht.

Probier-doch-einmal-Thai-Boxing-MuayThai

Wir vereinbarten gleich eine Trainingsstunde und am nächsten Morgen stand ich dann auch schon bei ihm auf der Matte. Das Training war für zwei Stunden angesetzt und von der ersten Minute an ging es bei ihm schon rund. Gemeinsam mit zwei Trainern bearbeiteten sie die vier Teilnehmer, inklusive mich. Keiner von ihnen spielte am Handy oder war sonst mit irgendetwas beschäftigt. Im Gegenteil, sie standen jederzeit zur Stelle und heizten uns so richtig ein.

Thai-Boxing-Schule-Koh-Phangan-Thailand

Angefangen mit zehn Minuten auf großen Reifen „bouncen“, um die Schritttechnik zu üben und anschließend fünf Minuten Seilspringen, bevor es dazu über ging die Gelenke zu mobilisieren.

Daraufhin stellten sie uns aufgereiht vor einen Spiegel und gingen mit uns die noch einmal expliziert die Schrittstellung, die Schläge und Tritte durch. Allerdings nicht 08/15 wie in Bangkok, sondern so richtig, bis es bei allen passte. Wir bekamen alle ein Einzel-Coaching und sie nahmen sich richtig Zeit. Ich muss zugestehen, dass dies auch bei mir von Nöten war. Wie oben bereits angemerkt habe ich in jungen Jahren sechs Jahre Kick-Boxen ausgeübt und dies ist bei mir noch immer fest verankert. So musste ich an diesem Tag feststellen, dass es bei diesen beiden verschiedenen Kampftechniken gravierende Unterschiede gibt. Ich bekam die Grundstellung einfach nicht hin, da ich jedes Mal wieder in alte Muster verfallen bin. Allerdings war „Cobra“ sehr geduldig mit mir, auch wenn es ihm bestimmt etwas auf den Keks ging. Er ließ sich zumindest nichts anmerken :-)

Wir erwähnt begannen wir bei der Technikübung mit der Grundstellung, weiter über die verschiedenen Schläge, bis hin zu den Tritten. Im Anschluss wurde es dann noch ein wenig komplexer. Schläge mit Drehung, Tritte mit Drehung und natürlich das Blocken. Bei allem, was nicht korrekt war, gab es eine Korrektur und eine Wiederholung der Übung.

Ich fühlte mich seit Langem mal wieder so richtig gut betreut und das ist es meiner Meinung nach auch, was einen guten Trainer ausmacht. Egal, ob wie hier beim „Muay Thai“, im Fitnessstudio oder sonst wo sind. Da können sich einige Trainer eine Scheibe abschneiden! Jedoch muss das der Teilnehmer auch zulassen müssen. Ich kenne das Phänomen selbst aus meiner Praxis als Trainer, dass es immer wieder einige Lernresistente Kunden gibt, die glauben bereits alles besser und perfekt zu können.

Zurück zum Thema: Nach ca. 45 Minuten saß die Technik bei allen und wir machten uns ans Eingemachte. Die Trainer legten uns die Bandagen und die Handschuhe an und wir konnten zeigen,  was wir drauf haben.

Alles Gelernte wurde uns von den Trainern in den nächsten 45 Minuten abverlangt. Es wurde immer durchrotiert. Einer war am Boxsack mit sich selbst beschäftigt, die anderen hatten eine „1-zu-1“ Betreuung. Wenn wir platt waren gab es eine kurze Pause, in der wir an den Schultern und  Armen  massiert wurden und uns ein nasses Tuch in den Nacken gelegt wurde. Danach ging es mit dem nächsten Trainer weiter. Ich war echt verblüfft wie gut die drei waren. War etwas nicht korrekt, wurde wieder korrigiert und weiter an den Defiziten gearbeitet, bis es saß. Alle drei waren in ihren Worten in der Technik und in der Ausführung absolut übereinstimmend.

Was-ist-MuayThai

Zum Ende des Trainings hieß es noch einmal ein paar Kraftübungen zu absolvieren, damit die Muskeln dann auch sicher absolut ausgepowert waren. Das „grande“ Finale waren dann noch einmal 100 „Knie-Kicks“ gegen den Boxsack, sowie je 20 „Side-Kicks“ pro Seite mit den Trainer, bevor es dann zum entspannten Dehnen überging.

Mein Fazit 
:

„Muay Thai“ macht einfach Spaß. Es ist ein geniales und effektives Ganzkörpertraining, das alle koordinativen Fähigkeiten bedient. Wie in jedem Sport – und das hat besonders der Vergleich der genannten beiden Gyms gezeigt – ist es unglaublich wichtig, dass du einen guten Trainer an deiner Seite hast. Als Voraussetzung für „Muay Thai“ würde ich dir allerdings eine einigermaßen gute Grundfitness empfehlen. :-)

Ich muss zugestehen, dass ich nach den Stunden echt kaputt war und meine Arme gezittert haben, wenn ich nur eine Flasche Wasser hochheben wollte. Doch zu meinem Erstaunen hatte ich am nächsten Tag nicht einmal Muskelkater, ganz im Gegenteil, mein Körper fühlte sich unglaublich gut an und ich hatte schnell wieder das Verlangen erneut zum Training zu gehen! Die investierten 400 Baht (ca. 10 €) waren jeden Cent wert!

Meine Trainingsstunden haben mir gezeigt;  „Muay Thai“ ist kein sinnloses Gemetzel und „Rübe einschlagen“, wie es vielleicht bei vielen in den Köpfen verankert ist. Klar sind die Kämpfe schnell und hart und nein, auch ich würde mich nicht mit einem richtigen Thai Boxer anlegen wollen. Jedoch ist es auch keine Voraussetzung sich mit anderen zu messen oder in den Ring zu steigen, wenn man diese Kampfkunst trainieren möchte.

Diese traditionelle Kampfkunst fordert dir definitiv viel ab, jedoch bin ich mir sicher, dass sie dir auch eine gewaltige Power zurückgibt!

Probiere es aus! 
:

Das Schöne am „Muay Thai“ ist, dass du dafür nicht einmal unbedingt nach Thailand fahren musst. Mittlerweile gibt es „Muay Thai“ natürlich weltweit und auch in Deutschland  hast du in jeder Stadt die Möglichkeit diesen Sport auszuüben. Alle wichtigen Informationen zu dieser Sportart findest du z.B. beim http://www.mtbd.de/ Muaythai Bund Deutschland e.V. oder einfach direkt in der Suchmaschine vor Ort in deiner Nähe nachschauen.

 

 

ZUM BLOG

 

 

Add a comment